Auf den Mini Bulli gekommen – Tag 5

Hier der nächste Teil der Story, wie wir auf den Mini-Bulli kamen:

Ich bin mit den Nerven zu Fuß, Eingewöhnung ist harte Arbeit. Dieser Umstand wird zu gerne vergessen oder verdrängt, wenn der Hund erst einmal eine Weile da ist. Kaum ein Hundehalter kann oder will sich an die ersten Tage und Wochen erinnern. Die Geschichten von Kindern und Hunden ähneln sich später in vielen Details – alles Negative wird verdrängt, nur das Positive bleibt im Gedächtnis haften.

Bis Diesel vollständig angekommen ist, wird sich noch eine Weile hinziehen. Bis dahin heißt es ständig wachsam zu sein und alle Tiere gleichzeitig im Blick zu haben. Die Baby-Katze Pepsi ist das Objekt der Diesel-Begierde, wobei ich nicht sagen kann, ob die Katze Beute oder Spielzeug ist? Also werden immer wieder Tiere getrennt, Katzen geschützt, Hunde auf Decken geschickt. Eine Sekunde Unaufmerksamkeit kann das totale Chaos bedeuten. Zu Hause wird nicht getobt, Punkt. Es stellen sich aber erste, ganz kleine Erfolge ein, denn Otti und Diesel entspannen zumindest zeitweise, während ich am PC hocke. Auch die gemeinsamen Gassirunden sind das totale Gegenteil. Harmonie statt Stress, bereits jetzt laufen beide Hunde ruhig nebeneinander an meiner linken Seite.

diesel_decke

Ideale Voraussetzungen, Diesel erst einmal unseren neuen Tierärzten vorzustellen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Die Untersuchung ergibt, dass Diesel Demodex-Milben hat. Das Abschaben der Haut lässt der Bulli fast klaglos über sich ergehen, die nachfolgende Spritze findet er aber furchtbar. Auf dem Boden Pirouetten drehend, um sich den Einstich lecken zu können, tut mir der angeblich schmerzunempfindliche Hund leid. Aber ein Snack lenkt auch den härtesten Bullterrier ab. Täusche ich mich oder hat Otti in der Ecke liegend heimlich gelacht?

Die darauffolgende Gassirunde im Feld lehrt mich Geduld im Umgang mit meinen Mitmenschen und macht mir klar, dass man gegen Vorurteile kaum ankommt. Es fällt mir sooo schwer, dem medienverdummten Husky-Besitzer seine BLÖD-Zeitung nicht in den hohlen Kopf zu bohren.

  • Blöd: „Entschuldigung, aber warum trägt der Hund keinen Maulkorb?“
  • Ich: „Weil das ein Miniatur-Bullterrier ist. Der steht nicht auf der Liste und muss demnach keinen tragen.“
  • Blöd: „Der ist zu groß für einen Miniatur-Bullterrier! Daher muss der einen Maulkorb tragen.“
  • Ich: „Ich war zufälligerweise gerade beim Tierarzt und habe alle Unterlagen dabei. Dies ist ein Mini-Bulli.“
  • Blöd: „Kann ich die Unterlagen mal bitte sehen?“
  • Ich: „Selbstverständlich gern, zeigen sie mir bitte ihren Ausweis?“
  • Blöd: „Welchen Ausweis?“
  • Ich: „Sie fragen mich nach meinen Unterlagen zum Hund, demnach müssen sie vom Ordnungsamt oder einer anderen Behörde sein. Sollte dies so sein, möchte ich bitte ihren Ausweis sehen.“
  • Blöd: „Ähh … nein, ich bin von keiner Behörde.“
  • Ich: „Dann nimm deinen Hund und mach dich weg! Und zwar ganz schnell!“

Mein Gesichtsausdruck und meine Stimmlage waren wohl eindeutig. Mensch und Husky drehen sich um und machen sich schnellen Schrittes vom Acker.

diesel_otti_gras

Der Abend wird zum besonderen Erlebnis. Zula Kogan war maßgeblich an der Vermittlung von Diesel beteiligt. Bekannt durch den sprechenden Hund Armani treffen wir Bulli-Fan und Hundesportlerin Zula auf dem Trainingsplatz und erhalten eine besondere Trainingseinheit in Sachen Bullterrier vom Vollprofi. Bereits nach einigen Augenblicken komme ich mir vor wie ein Idiot. Habe ich schon jemals einen Hund an der Leine gehabt und wie konnte ich Honk Otti eigentlich jemals dazu bringen, dass der Sitz und Platz kann? Trotz meiner offensichtlichen Schwierigkeiten beim Timing und fehlerhaften Verständnis im Ablauf von Übungsfolgen hat Zula unendliche Geduld mit mir und ich lerne viel. Daher an dieser Stelle danke dafür!

… Fortsetzung folgt …

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