Bello-Dialog – und alles für die Tonne

Da sitzen etliche Menschen an einem Tisch und diskutieren 3 Jahre lang Vorschläge – und am Ende kommt wie beim Hund nur wieder Sch … dabei heraus. Aber so ist es in Berlin seit Jahren – und im Öffentlichen Dienst ohnehin Dauerzustand: Es wird geschwafelt und diskustiert und zahllose Arbeitsstunden werden ergebnis- und sinnlos verplempert. Beamte besonders im gehobenen und höheren Dienst sind Kraft ihres Amtes und ihrer Wassersuppe ohnehin schlauer als alle anderen und am Ende wird es sowieso so gemacht, wie es der Ranghöchste bestimmt – ich spreche aus 29 Dienstjahren eigener Erfahrung.

Also hätte man sich auch die Diskussion um das neue Berliner Hundegesetz schenken können. Unausgegorene Ideen, die in der Praxis weder anwend- noch umsetzbar sind, weil die Kette immer nur so stark ist, wie ihr schwächstes Glied. Und das sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Wenn einer der Punkte lautet, dass von „Hunden unter 30 Zentimetern keine Gefahr ausgeht“, dann habe ich Kopfkino.

Kniet sich ein Mitarbeiter des OA neben den Hund und legt die Schiebelehre an, um die Höhe millimetergenau zu bestimmen? Müssen sich die Mitarbeiter die Schiebelehre selber kaufen oder stellt die Pleite-Stadt diese? Und ist ein Hund mit 30,1 Zentimetern gefährlicher als ein Hund mit 29,9 Zentimetern? Was macht man mit Hunden wie Otti, die sich definitiv nicht vermessen lassen wollen? Oder wie will das Ordnungsamt nachweisen, dass meine Hunde schon ihr Geschäft erledigt haben und ich deshalb keinen Beutel mehr bei mir führe? Habe ich jetzt vorsichtshalber eine ganze Rolle Beutel bei mir?

Auch alle anderen Punkte sind diskussionswürdig. Aber sind wir mal ehrlich:

Hundehalter sind selber Schuld, wenn Auslaufgebiete gesperrt werden oder ein Leinenzwang eingeführt wird!

Aufschrei! Randale! Frevel! Nein! Denn wenn jeder Hundehalter seinen Hund im Griff hätte, diesem ein Mindestmaß an Erziehung hätte angedeihen lassen und seinen Hund zumindest rudimentär verstehen würde, wären diese Probleme nämlich keine. Nahezu täglich begegnen mir Menschen mit Hund auf der Straße, denen ich nicht einmal einen Goldfisch anvertrauen würde. Ich führe einen Miniatur Bullterrier und stehe jedes Mal unter Generalverdacht, während Pöbelköter unter 30 Zentimetern mit allem und jedem Scheibe spielen darf?

Jeder Honk, der ein Auto bewegen möchte, muss einen Führerschein machen und besucht dafür in Theorie und Praxis eine Fahrschule.
Man würde die Diskussion um Hunde mit einem Federstrich beenden, wenn JEDER Hundehalter, egal ob „Bestandshund“ oder Neuling, 30 Stunden Unterricht in einer Hundeschule mit dem soeben angemeldeten Hund würde nachweisen MÜSSEN.
Selbst der Dümmste oder Widerspenstigste wäre damit gezwungen, sich ein gewisses Maß an Bildung anzueignen, wie sein Hund funktioniert. Und mit jedem weiteren oder neuen Hund wird das Wissen aufgefrischt oder aktualisiert – wie bei einem Erste-Hilfe-Kurs.

Und dann wären Hundegesetze und Rasselisten für alle Zeiten hinfällig.

Kommentar verfassen