Hunderatgeber – Teil 537

Lesen bildet. Nicht nur mich, auch den Hund. Handelt es dann auch noch um Trainingsbücher oder sonstige Ratgeber in Sachen Hund, ist Otti Feuer und Flamme. Schwer tut er sich jedoch mit klassischer Literatur. Ich übrigens auch. So lesen wir also regelmäßig, wie sich der durchschnittliche Haus- und Begleithund a) verhält, b) verhalten sollte oder c) Verhalten erlernt oder ablegt. Dabei klatschen wir uns immer wieder vor Freude auf die Schenkel. Wenn Hundeerziehung so simpel wäre, wie in der Theorie beschrieben, hätte in der Praxis jeder einen Hund. Warum führen Buchhandlungen Ratgeber eigentlich nicht in der Rubrik Komödie?

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Inzwischen stapeln sich hier diverse Werke, die alle eines gemeinsam haben. Jedes wirbt mit einfacher Handhabung des Hundes, noch einfacherer Anwendung des Buches und mit schnellen Erfolgen bei nur wenig Trainingsaufwand. Wenn sich der Erfolg einmal nicht einstellt, hat a) man etwas falsch gemacht, b) man etwas falsch verstanden oder c) der Hund es nicht verstanden. Man beginnt dann einfach von vorn. Hund auf Reset setzen und neu booten. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass a) man vielleicht einfach keinen Hund halten sollte, b) sich Hund und Mensch nicht verstehen oder c) der Hund keine Lust hat. Auf was auch immer.

Nach dem Lesen des dreiunddrölfzigsten Hand- und Trainingsbuches stellen Otti und ich fest, dass nur gemeinsame Beschäftigung egal welcher Art für gegenseitiges Vertrauen, Bindung und Loyalität sorgen. Da hilft keine theoretische Anleitung, Hund haben will gelebt werden. Warum ich allerdings immer noch ein Buch kaufe, erschließt sich mir nicht. Na gut, wie Otti „Sitz“ macht, habe ich in einem Buch gelesen. Aber das hatte Otti schon vor mir in den Pfoten.

Otti, lass uns raus gehen … ich will ein wenig Ball spielen 🙂

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