Im Einsatz für „Entlaufene Hunde Berlin Brandenburg“

Sonntag 12.05 Uhr, wir stehen gestiefelt und gespornt mit den Hunden bereit, um an der Weihnachtsfeier auf dem Hundeplatz teilzunehmen, als das Telefon klingelt. Am Apparat Heike von Entlaufene Hunde Berlin Brandenburg. An der Briese wäre ein Hund gesichtet worden, aber die Finder trauen sich an den nicht ran, ob ich nicht hinfahren und den Hund sichern könnte, weil ich ja in der Nähe wohne?

Hallo? Ich bin zwar schon mit Pits und ähnlichen Kalibern in polnischen Tierheimen unterwegs gewesen und durfte auf dem Platz mit einer nicht so einfachen Dobermann-Hündin trainieren, aber einen entlaufenen Hund an die Leine zu nehmen ist wohl ein ganz anderes Kaliber. Ich habe noch nie einen Fundhund gesichert! Am vereinbarten Treffpunkt erwarten uns die Finder, nach kurzer Info fahren wir mit dem Auto an den Unterstand, wo der Hund liegen soll. Aber muss es ausgerechnet ein Schäferhund sein? Mir wird mulmig …

Da liegt der Hund ohne Halsband inmitten von Glasscherben unter eine Bank gekauert. Nur mit Futter bewaffnet hocke ich mich in sicherer Entfernung seitwärts zum Hund und lasse dem Platz zu flüchten, falls er sich das doch anders überlegt. Mit einem Schäferhund möchte ich keinen Streit. Die Leckerlies werden elli01genommen, da hat offensichtlich jemand Hunger? So nähere ich mich ruhig und seitwärts Stück für Stück, bis der Hund mir aus der Hand frisst. Und nun? Da muss eine Leine dran, ohne wird der kaum mitkommen.

Andrea bringt mir Diesels Leine, damit ich dem Hund vorsichtig eine Schlaufe um den Hals legen kann. Auch das funktioniert in Ruhe, auch wenn der Hund beim ersten Aufstehen die Leine noch einmal abschüttelt. Aber beim zweiten Versuch klappt es. Jetzt stehe ich mit einer ausgewachsenen Schäferhündin da, und wie jetzt weiter? Ins Auto möchte die nicht und vor Passanten hat sie offenbar Angst. Also legt ihr Andrea noch ein Halsband an und wir laufen langsam Richtung Parkplatz durch den Wald. Die Finderin Frau Schäfer läuft vor und räumt den Weg. Keinen Kontakt mit Passanten oder Hunden, weil ich nicht weiß, wie der Findling an meiner Leine darauf zu sprechen ist.

Auf dem Parkplatz werden zahlreiche Telefonate geführt, die Hündin soll von einer Tierärztin übernommen werden. Nachdem Frau Schäfer den Hund dazu bringt bei uns ins Auto zu springen, treffen wir uns in Frohnau, um sie zu übergeben. Ich rechne mit vielem, aber nicht mit einem Nissan Micra. Weil der Hund da partout nicht hinein will, hebe ich sie kurzerhand in das Auto. Das muss jetzt auch schnell gehen, denn ich beginne mich an den Hund zu gewöhnen. Die fordert Streicheleinheiten ein und der Hundeblick ist unbeschreiblich.

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Mit dem Hund verschwinden Diesels Leine und das Halsband. Die Tierärztin kümmert sich üblicherweise um Katzen und hatte noch nie einen Hund. Deswegen hat die auch keine Leine bei. Na gut, holen wir eben irgendwann wieder alles ab und Diesel läuft solange an der kurzen Leine.

Was mich persönlich an der Aktion am meisten verwundert sind die zahlreichen Hundehalter, die kommentarlos an der Hündin vorbei gelaufen sind. Kommt eigentlich niemand von denen auf die Idee, dass sich ein Hund ohne Halsband und ohne Menschen in der Nähe nicht aus Spaß dort versteckt?

Sollte also jemand seine Schäferhündin vermissen, hier alle Infos:

  • Fundort Birkenwerder an der Briese, in der Nähe des Briesekrugs
  • Alter schätzungsweise 8 Jahre, lahmt ein wenig auf dem linken Vorderbein
  • gepflegtes Äußeres, gut genährt
  • sehr zutraulich
  • kein Halsband, aber gechipt

Update 01.12.2014 – 16:40 Uhr:

Dank Chip wurde der Halter ausfindig gemacht, die angeblich scharfe Hündin ist wohlbehalten zu Hause 😀 Die ist aufgrund eines Feuerwerks in der Nachbarschaft aus dem eigenen Garten geflüchtet und über 10 Kilometer aus Schmachtenhagen an die Briese gelaufen. Ich habe eben mit einem überglücklichen Halter telefonieren dürfen und gehe da am Samstag mal Tach sagen.

Mission erfolgreich ausgeführt!

 

3 Gedanken zu „Im Einsatz für „Entlaufene Hunde Berlin Brandenburg““

  1. Es war ein aufregender Sonntag für unsere ganze Familie. Lucio unser Dackel hat die Hundedame entdeckt und meinem Mann angezeigt, dass im Unterstand etwas ist. Nach einer langen Telefoniererei hatten wir Glück, an Euch geraten zu sein. Eigentlich wollten wir nach dem Sonntagsspaziergang frühstücken, was uns um ca.15:00 Uhr dann auch wieder einfiel. Hauptsache war für uns (Dietmar Fischer, Lucio und mich), dass die Hündin gerettet wurde – Essen wird manchmal eindeutig überbewertet 😉
    Unverständlich war für uns nur eine Sache:
    Der Weg an der Briese wird von vielen Hundehaltern zum Spaziergang genutzt – warum hat keiner reagiert???? Würden diese Leute auch so gleichgültig sein, wenn es um ihren Liebling geht??? Klar ist es einfacher wegzuschauen, als sich um einen fremden Hund zu kümmern. Das macht traurig und wütend, denn es kann jeden mal passieren, dass der kleine oder große Liebling abhaut und dann ….????
    Wir würden uns freuen, wenn wir uns am Samstag mit zu dem Besuch einklinken könnten….
    LG Bina Schäfer

    1. Hallo Bina, ich bin am Samstag zu einem Lehrgang in Sachen Hund in Schmachtenhagen und habe mich locker danach mit dem Halter verabredet. Ich werde dem am Samstag eure Nummer geben bzw. dir dann seine und dann könnt ihr kommunizieren und ein Date verabreden 🙂

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