kommst du oder bleibst du?

Zu den das Hundeleben rettenden Maßnahmen gehört das Abrufen in allen Situationen. Der Hund muss unbedingt zu mir kommen, wenn ich ihn rufe, damit er nicht über eine Straße prescht oder Radfahrer jagt. Soweit die Theorie. In der Praxis zeigt Otti hier noch wenig bis gar kein Interesse. Er reagiert zwar auf seinen Namen und schaut in meine Richtung, aber herumliegen ist einfach noch viel (ent)spannender. Im schlimmsten Fall zeigt er sogar ausgesprochene Langeweile, wenn er mich anblinzelt und dabei herzhaft gähnt. Schönen Dank, Hund!

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Einzige Ausnahme ist Ottis Gummiball an der Schnur. Wird der ausgepackt, habe ich die volle Aufmerksamkeit meines Hundes. Der Jagdtrieb nach dem Ball ist so ausgeprägt, dass ich mehr oder weniger zufällig in den letzten Tagen eine echte Trainingseinheit daraus machen konnte. Hat Otti den Ball, war er mit den Befehlen „Schluss“ und „Platz“ sogar bereit, sofort zu gehorchen, weil er wusste, gleich fliegt der Ball wieder. Inzwischen gebe ich nur noch Handzeichen. Ich strecke die Hand flach aus. Otti lässt den Ball fallen, legt sich ganz flach in Lauerstellung ins Platz und ich entferne mich bis zu zehn Metern. Otti liegt und lauert. Dann stelle ich mich breitbeinig hin und lasse den Ball zwischen den Beinen pendeln. Auf den Befehl „Los“ prescht Otti vorwärts und rennt durch meine Beine hindurch, um den Ball zu jagen. Wenn ich ihn jetzt rufe, bringt er den dann oftmals schon zurück. Abgesehen vom Spielen üben wir hier mit Spaß und ohne Leckerlies das Kommen.

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4 Gedanken zu „kommst du oder bleibst du?“

  1. Was für ein wunderbarer Bericht auch wir haben unseren Hund Max von
    Astrid Freudental und sind seit dem begeisterte „Hundeeltern“. Wenn bei uns das Telefon klingelt und Astrid sich meldet geht es um Katzen oder Nagetiere die untergebracht werden müssen denn inzwischen sind wir eingetreten in den Verein von Tiere suchen Freunde ( es war Vollmond und unser Schutzengel war Skat spielen, wir sind sonst nicht so schnell zu spontanen Selbstaufgabe zu überreden). Aber jede Fellnase ist etwas Besonderes und es gibt doch nichts schöneres als Tiergeschichten mit Happy End.
    Weiter viel Spaß mit Otti, er wird sicher für gute Stimmung sorgen und nie vergessen wer da so gut zu ihm war.
    Monika Mauer

  2. Hallo Monika,
    danke für den netten Eintrag 🙂 Meine bessere Hälfte hat zwar seit einigen Monaten immer wieder mal gespendet, aber ist ein eigener Hund doch etwas anderes 😉
    Da wir selber noch 2 Katzen haben und Otti erst einmal richtig ankommen muss, kann ich mir momentan nicht vorstellen, hier auch nur kurzfristig weitere Tiere zu beherbergen. Aber wie sagte schon Sean Connery: Sag niemals nie! Im Moment gilt Otti unsere volle Aufmerksamkeit. Nur dass ich eben der vollkommen Ahnungslose bin und Otti zumindest seinen angeborenen Instinkten folgen kann. Ich lerne also mehr von ihm, als umgekehrt … wie Cesar von seinem Hund Daddy 😉

  3. Ich kann Moni nur zustimmen, ein wundervoller Bericht, erfrischend, humorvoll und lebendig geschrieben. Ich hoffe auf viele weitere Geschichten 🙂
    Viel Spaß weiterhin mit dem kleinen Racker 😉

    1. Da ziehe ich artig meinen virtuellen Hut und bedanke mich höflich für die salbungsvollen Worte 🙂
      Ich gehe davon aus, dass es noch viel mit Otti geben wird, ich bin ja aktuell noch nicht einmal auf dem Laufenden. Und täglich fällt diesem Chaoten-Welpen etwas Neues ein. Da sollte es an Nachschub nicht mangeln.

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