Passanten als Störfaktor – Teil 1

Otti ist bei uns im Ort inzwischen einigen Mitmenschen positiv aufgefallen, ohne dass wir selbst dies bemerkt hätten. So komme ich auf einer Gassirunde mit zwei älteren Damen ins Gespräch, die wie fast jeder bei Ottis Anblick und seinem zurückhaltenden Auftreten förmlich dahin schmelzen. So wie es sein soll, ist Otti bei solchen Begegnungen entspannt. Er beobachtet kurz mein Gegenüber und nach einem kurzen Sitzen an meiner linken Seite legt er sich dann entspannt hin. Da gibt es kein Bellen, kein Zerren und keinerlei andere Aufgeregtheit, der Hund ist die Ruhe selbst. Ganz im Gegensatz zu seinem Halter, der bei diesem netten nachbarschaftlichen Plausch mit den älteren Damen von einer Sekunde zur anderen fast zum Tier wird.

Auslöser ist ein weniger netter Mitmensch. Diesem sind die zusätzlichen fünf Schritte, um hinter unserer Gruppe von drei Menschen zuzüglich eines liegenden Hundes vorbei zu laufen, offenbar aufgrund des strahlenden Sonnenscheins zu viel. Als er Anstalten macht, über den liegenden Otti zu steigen, bricht der Rudelführer in mir durch. Knurrend und Zähne fletschend stelle ich mich in den Weg und zwinge somit den unhöflichen Herren, hinter uns herum zu laufen. Kommentarlos bekomme ich den Vogel gezeigt. Das nächste Mal beiße ich ihm in den Finger.

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Solche Leute sind aber die Ausnahme. Viel schlimmer sind Menschen, die der Meinung sind, Otti im Vorbeilaufen etwas Gutes tun zu müssen oder aber mit ansprechen oder Geräuschen versuchen, seine Aufmerksamkeit zu erregen. So verfügt unser griechisches Restaurant über eine große Außenterrasse direkt zur Straße. Auf einer abendlichen Auslaufrunde ertönt aus den am Zaun hängenden Geranien eine Stimme: „Ohhh, du bist aber süß! Hier hast du was zu fressen!“ Kaum ausgesprochen, flutscht unaufgefordert eine Hand durch den Zaun, zwischen den fettigen Fingern ein noch fettigerer Pommes. Ich muss daraufhin blitzschnell reagieren!!! Andrea wird an die kurze Leine genommen, weil sie der Frau die Fritte entreißen und Hand inklusive ausgestrecktem Arm abreißen möchte. Es dauert eine Weile, bis ich sie wieder beruhigen kann.

Ich frage mich dabei immer, ob diese Frau auch dem freundlich verspielten American Staffordshire aus unserer Nachbarschaft den Pommes angeboten hätte? Hätte sie auch da tollkühn die Hand durch den Zaun gesteckt, ohne Angst vor dem Verlust etwaiger Extremitäten? Wohl eher nicht. Ist ja schließlich ein gaaanz gefährlicher Kampfhund. Dabei sind sowohl der Staffordshire, als auch Otti Terrier. Hätte sie es gewusst?

2 Gedanken zu „Passanten als Störfaktor – Teil 1“

    1. Nee, war nicht nötig. Ich habe die Furie recht schnell wieder im Griff gehabt. Allerdings musste ich ihr ins Maul greifen, um den Pommes da wieder rauszuholen 😉

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