Terrier or not Terrier?

Nachmittag – „Papa, kann ich mit Otto zu Amelie?“ Mein Kind stellt den Hund also schon heute an seinem ersten Tag der Mädchenrasselbande vor. Otti braucht Kontakt zu Menschen, mit den vielen Mädels wird er den bekommen. Warum nicht, also raus mit den beiden. Vereinbart wird die Rückmeldung per Handy in spätestens einer Stunde, dann sehen wir weiter. Währenddessen tauche ich wieder ins Internet, um endlich herauszufinden, welcher Terrier nun wirklich in Otti steckt. Seine Fellfarbe und die Zeichnung habe ich doch schon irgendwo gesehen?

Ich bin erstaunt, wie viele Arten Terrier es tatsächlich gibt und wofür die ursprünglich mal gezüchtet wurden. Alle Terrier sind auf die eine oder andere Art Jagdhunde, die für das Aufbringen oder Apportieren von Wild zuständig waren oder noch immer sind. Und endlich finde ich den Terrier, der von der Größe und Fellfärbung her in unserem Otti stecken muss. Mir wird mulmig, als ich lese, was wir uns da unter Umständen für ein Kaliber ins Haus geholt haben – Deutscher Jagdterrier. Nur vom Jäger für den Jäger, abgerichtet für den Bau und die Sau. Na toll, weder bin ich Jäger, noch scharf darauf, dass der Hund die Füchse und Wildschweine aus dem Forst treibt. Für den Anfänger gänzlich ungeeignet, nur für erfahrene Hundehalter, kein Familienhund, schmerzunempfindlich und schwer erziehbar steht in jedem einzelnen Beitrag zum Jagdterrier. Meine Laune sinkt rapide. Hoffentlich hat Otti nur das Fell und den Körperbau, nicht aber die Mentalität übernommen. Frau Freudenthal, ich glaube, wir müssen reden.

Und wir nähern uns vorsichtig an, nachdem der Hund wieder zu Hause ist. Bei den Mädchen hat Otti die erste Beute gemacht: Ein Plüschhuhn, das er den gesamten Heimweg apportiert. Damit und mit dem neuen Beißring wird nachmittags herum getollt und Otti sucht ersten Körperkontakt beim Spielen. Uns geht das Herz auf.

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