vorher – nachher

Für Menschen üblich, ist es mir beim Hund vollkommen neu – das Haareschneiden. Als wir Otti bekamen, war das ein wenige Monate altes Welpi mit kurzen, fluffigen Haaren. Im Laufe der Zeit jedoch sprossen diese in alle Richtungen und Otti sah aus wie ein geplatztes Kissen. Überall Fusseln, von welcher Ansicht man den Hund auch betrachten mochte. Das an sich wäre nicht so schlimm, wenn nicht Otti – wie viele andere Hunde auch – die unangenehme Angewohnheit hätte, sich unterwegs gelegentlich in Dingen zu wälzen, die befremdliche Gerüche im allzu langen Hundefell hinterlassen. Dem kann man zwar mit täglichen bürsten oder dem gelegentlichen Bad entgegen wirken, dennoch ist hübsch inzwischen anders. Ein Haarschnitt muss her.

Wie gut, dass Astrid vom Tierschutzverein auch Hundefriseurin ist. Also einen Termin vereinbart und Otti in deren fachkundige Hände übergeben. Da an diesem Tag Hochbetrieb in der Zentrale des Vereins herrscht, übernehme ich im Erdgeschoss die Aufsicht über alle Hunde, die da zwischenzeitlich kommen und gehen, während Astrid eine Etage höher meinen Otti stylt. Nervös die Ohren gespitzt, ob der Hund Unmutsäußerungen von sich gibt, bleibt da oben erstaunlicherweise alles still. Entweder Otti ist fixiert oder aber er lässt die Prozedur klaglos über sich ergehen.

vorher-nachher

Und wie ein Bildhauer aus einem Block eine Statue freilegt, findet Astrid unter all den Haaren tatsächlich wieder einen Hund. Ist der süüüß! Man erkennt wieder ein Gesicht und schlagartig wirkt der auch wieder um Jahre jünger … und dünner. Das Fell hat kaschiert, dass Otti trotz regelmäßiger und mehr als ausreichender Fütterungen noch immer zierlich ist. Hochbeinig und schlank, eben rundherum ein Modell-Athlet. Das nächste Mal nehmen wir noch färben dazu, denn trotz seiner erst 15 Monate machen ihn die zahlreichen grauen Haare auf dem Rücken doch wieder älter. Und sein einmaliges Erkennungszeichen kommt auch wieder zum Vorschein – ein braunes, Lilien-förmiges Muster rund um seinen Hintern.

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